Mit sechs Spielern trat der TTC Feldkirchen beim letzten Durchgang der Nachwuchsliga Steiermark in Kapfenberg an und sie sorgten für eine Vereinspremiere: Alle sechs standen in ihren jeweiligen Gruppen auf dem Podest: Allen voran Marian Kouba (im Titelbild), der als punkteschwächster Spieler die Gruppe 7 ohne Niederlage gewann – das gibt einen fetten Zuwachs von plus 91 Punkten in der RC-Punkterangliste. Paul Goldgruber wurde in der Gruppe 2 Dritter, Gabriel Pohlmann und Alexander Palfinger in der Gruppe 6 Zweiter und Dritter. Vincent Gomez-Casado wurde in der 7er Dritter und Marat Musiev in der 8er Zweiter. 

Es gibt so Geschichten im Nachwuchstischtennis, die kann man im ersten Moment gar nicht so realisieren. Daher ein schneller Blick auf die Fakten: Vor genau einem Jahr (März 2025) feierte Marian Kouba (13) sein Meisterschaftsdebüt, gewann dabei zwei Spiele und verlor drei. Bei seinem zweiten Durchgang ein herber Rückschlag, er musste fünf Niederlagen einstecken und rutschte auf 122 RC-Punkte zurück. Ab da ging es stetig aufwärts: Bei seinem ersten Durchgang der aktuellen Saison im November spielte er 3:3 und machte einige Punkte gut. Beim nächsten Durchgang gewann er vier Partien bei nur einer Niederlage gegen seinen Klubkollegen Vincent Gomez Casado und verbesserte sich um weitere 36 Punkte auf 170. Auch beim ersten Frühjahrsdurchgang wusste er durchaus zu überzeugen, spielte 2:2 und verbesserte sich auf 175 Punkte. Beim aktuellen Durchgang der Nachwuchsliga Steiermark rutschte er damit gerade noch in die Gruppe 7 – nur wegen des besseren Sicherheitskennzahl gegenüber dem Fürstenfelder Tobias Fritz, der gleich viele Punkte aufwies. Als punkteschwächster Spieler ist eigentlich nicht viel zu erwarten, vielleicht ein oder zwei Siege, damit man nicht ganz frustriert nach Hause fährt. Doch Marian hatte diesmal anderes im Sinn: Der 13-Jährige gewann alle fünf Partien, darunter gegen zwei Konkurrenten, die deutlich mehr Punkte als er aufwiesen. Diese Siege brachten ihn auf ein neues Karriere-Hoch von 267 Punkten. Doch noch viel wichtiger: Seine durchaus vorhandenen Zweifel, ob er mit den jüngeren Vereinskollegen wie Marat Musiev oder Vincent Gomez Casado auf Dauer mithalten kann, sind plötzlich ausgeräumt. Denn ab sofort versucht er nicht nur, mit ihnen gemeinsam nach oben zu kommen, es kann gut sein, dass er in den kommenden Jahren das Tempo des Aufschwungs vorgibt. „Marian hat in den vergangenen Wochen mit unseren besseren Nachwuchsspielern wie Lara-Sophie Hermann oder Daniel Kürzl, aber auch mehrmals mit Marat Musiev extrem konzentriert und konsequent trainiert. Sein Fokus auf die Verbesserung seines Könnens ist immens gestiegen. Dass er sich bei diesem Durchgang selbst so belohnen konnte, ist natürlich ein massives Zeichen, diesen Weg weiter zu gehen und in der nächsten Saison bereits den Anschluss an Daniel Kürzl oder später Paul Goldgruber zu finden und in die Erwachsenen-Meisterschaft einzusteigen“, beschreibt Trainer Raimund Heigl die Marschroute für die nächste Saison.

In der gleichen Gruppe 7 belegte Vincent Gomez-Casado diesmal Rang drei. Mit erst acht Jahren ist er weiterhin einer der allerjüngste Teilnehmer in der steirischen Nachwuchsliga, hat aber bereits rund 30 zum Teil deutlich ältere Spieler hinter sich gelassen. „Aktuell gibt es zwei Vincents in Training und Meisterschaft: Den einen, der mit sauberer Technik und mutigem Angriffsspiel alle Eltern und Trainer anderer Vereine begeistert. Und den anderen, der manchmal kein Vertrauen in sein eigenes, für dieses Alter unglaubliches Können hat, und dann vorsichtig und mutlos agiert und daher in einigen Phasen oder Matches nicht so erfolgreich ist. Wir wollen den angriffslustigen, mutigen, unglaublich talentierten und fröhlichen Vincent fördern und an die steirische Spitze führen“, sagt FKI-Trainer Raimund Heigl im Namen des Trainerteams.

Da unsere älteren Nachwuchsspieler Lukas Pucher und Tobias Meitz (16) diesmal verhindert waren, lag es wieder einmal an Paul Goldgruber (12), in den Topgruppen für unseren Vereins zu bestehen. Und er war wieder da: Seine Dauer-Kontrahentin Marina Marshantseva (ATSE Graz) konnte er diesmal wieder besiegen, was sehr erfreulich ist, da Marina in der Langzeit-Bilanz noch klar vorne liegt. Er besiegte auch als einziger (und zum ersten Mal) den Gruppensieger Leo Wiederhofer aus Weiz, während er gegen einen sehr stark aufspielenden Malik Asker (Gratkorn) und Philipp Winkler (Fürstenfeld) Niederlagen einstecken musste. So wurde es am Ende Rang drei in Gruppe 2.

In der Gruppe 6 sah es für Gabriel Pohlmann lange Zeit nach einem sicheren Start-Ziel-Sieg aus, doch im letzten Match gegen den Fürstenfelder Leon Janisch konnte er trotz mehrerer Aufholjagden am Ende den Sack nicht zumachen und musste sich mit Rang zwei begnügen. Direkt hinter ihm belegte Alexander Palfinger Platz drei, obwohl er spielerisch weit von seiner Hochform entfernt war, aber eine unglaubliche kämpferische Leistung bot und unzählige Satz- und sogar mehrere Matchbälle abwehren konnte. „Bei Alex müssen wir über die Sommermonate einige technische Fehler beheben und dann wird er wieder mutiger und angriffslustiger auftreten, was für die Zukunft einfach entscheidend sein wird. Außerdem müssen wir mit ihm gemeinsam extrem an seinem Service arbeiten“, so der Coach. „Gabriel dagegen wird langsam erwachsen und hat bemerkt, dass es nur an ihm selbst liegt, ob er im nächsten Jahr schon im Erwachsenentischtennis Fuß fassen kann. Die letzten beiden Durchgänge haben diesbezüglich durchaus Mut gemacht.“

Bleibt noch die Gruppe 8, wo mit Marat Musiev (9) zwar nicht unser jüngster, aber dafür unser kleinster Spieler antrat. Doch klein wurde seine Leistung von den Eltern und Trainern der anderen Spieler nicht bewertet. Der Vater von Fabian Aster (Ardning) wird wohl bald den Marat-Musiev-Fanclub gründen. „So etwas habe ich noch nie gesehen. Wie er das Spiel liest, so überlegt und spielerisch gut ausgebildet agiert in diesem Alter und mit dieser Größe, das ist einzigartig!“ Einzigartig ist es vielleicht nicht, doch das taktische Verständnis von Marat im Match gegen den um sieben Jahre älteren und um etwa 40 Zentimeter größeren KSV-Spieler Dominik Koss überraschte auch den Trainer. „Ich darf ihm nicht zu hoch in die Rückhand spielen, da schießt er mich weg. Ich muss mit guter Platzierung und viel Schnitt ohne Fehler über seine weite Vorhand spielen“, sagte Marat in einer Satzpause zu seinem Trainer. Danach tat er dies und siegte. Chapeau! Rang zwei in der Gruppe 8!