Seit elf Jahren spielt der TTC Feldkirchen jetzt in der 2. Herren-Bundesliga und doch gab es heuer eine Premiere: Erstmals ist unser Verein hinter Kapfenberg 1 (unteres Play-off 1. Bundesliga) der zweitbeste Team der Steiermark. Kapfenberg 2, Gratwein und Indigo konnten wir hinter uns lassen, Leoben (im Vorjahr auch noch vor uns) hat sich ja aus der Bundesliga zurückgezogen.
Es war ein unglaubliches Jahr, das unsere Bundesligatruppe hingelegt hatte. Die Vorsaison verlief durchwachsen, trotz der starken Leistung von Nachwuchsspieler Stephan Wyss wurde es nur Rang drei im unteren Play-off, also Gesamtrang 11. Da Stephan sich aber dem neuen Projekt in Wiener Neustadt anschloss, mit dem er auch Meister der 2. Liga wurde, war guter Rat teuer. Der beste verfügbare steirische Nachwuchsspieler Valentin Huber wechselte zwar zu unserem Verein, doch dem damals noch 15-jährigen, der noch kein Landesligaspiel bestritten hatte, die Bürde der Verantwortung in der Bundesliga aufzulegen, erschien den sportlich Verantwortlichen zu hoch. Doch viel bessere Nachwuchsspieler waren auch österreichweit nicht auf dem Markt, Feldkirchen entschied sich schließlich für den gleichaltrigen Béla Csomor, der wie Stephan Wyss seine Ausbildung bei Flötzersteig genießt. Er sollte sich als Glücksgriff erweisen. Doch nicht nur er steigerte sich, auch die beiden Stammspieler Tobias Scherer und Tobias Siwetz machten ihre Hausaufgaben. Sprich, sie trainierten beide wieder viel mehr als im Jahr davor, übernahmen Verantwortung und ernteten Erfolge. Das bewiesen sie schon im allerersten Saisonspiel: Béla blieb da gegen St. Urban noch ohne Matcherfolg, doch Tobi Scherer mit drei und Tobi Siwetz mit zwei Einzelsiegen und einem souveränen Doppel danach fuhren einen 6:4-Sieg ein. Die Doppelstärke sollte ein wichtiger Faktor in dieser Saison werden: Von sieben Doppeln, die ja in der Bundesliga immer das Entscheidungsspiel bei 5:4 oder 4:5 darstellen, gab es sechs Siege und nur eine Niederlage. Wäre diese Bilanz umgekehrt gewesen, wäre sich das obere Play-off wahrscheinlich nicht ausgegangen.
Doch auch in der Einzelrangliste zeigten alle Feldkirchner aufsteigende Tendenz: Kapitän Tobias Scherer wuchs in seiner 13. Bundesligasaison über sich hinaus und entwickelte sich zu einem der absoluten Topspieler der Liga: Mit Rang vier im Grunddurchgang (34:7 Siege) und sogar Rang zwei im oberen Play-off setzte er sich an der Spitze der Liga fest. Auch Tobias Siwetz spielte die beste Saison seiner Karriere: Den Grunddurchgang beendete er mit 23 Siegen und 17 Niederlagen, auch im oberen Play-off blieb er mit 11:10 positiv. Béla Csomor steigerte sich praktisch von Woche zu Woche und von Monat zu Monat: Anfangs musste er noch viele Niederlagen hinnehmen, im Laufe des Herbstes war dann ein Sieg (im Nachwuchsduell) schon fast Standard. Im Frühjahr steigerte er sich weiter und hielt am Ende des oberen Play-offs bei einem Spielverhältnis von 8:9, womit er eigentlich schon fast ein Nummer-2-Spieler ist. Valentin Huber konnte ob der tollen Leistungen der anderen Spieler die letzten beiden Runden des Grunddurchgangs bestreiten und spielte auch drei weitere Partien im oberen Play-off. Auch er konnte seine beiden ersten Bundesligasiege bejubeln. Am Ende stand also Rang fünf in der 2. Bundesliga, einen Platz vor Kapfenberg 2. Dass Gratwein und Indigo hinter uns landen würden, war schon nach dem Grunddurchgang klar, weil sie das obere Play-off nicht erreichten. Während Gratwein ein souveränes unteres Play-off spielte und am Ende die eigenen Nachwuchsspieler mit Bundesligaeinsätzen belohnen konnte, muss Indigo als Drittletzter zittern, ob sie in der Liga bleiben dürfen. Wenn drei Meister aus dem Aufstiegsturnier aufsteigen wollen, dann müssen sie absteigen.
Beim TTC Feldkirchen sind die Verhandlungen für die nächste Saison bereits beendet und das Erfolgsquartett wird beisammen bleiben. „Wir freuen uns, dass Béla Csomor ein weiteres Jahr mit Sekundärspielberechtigung von Flötzersteig (Danke dafür!) bei uns in der Bundesliga spielen darf und dass wir Valentin Huber im nächsten Jahr noch mehr Einsätze auf diesem Niveau bieten können. Im Umfeld dieser stabilen Truppe kann er ohne Druck den endgültigen Sprung zum erfolgreichen Bundesligaspieler gehen. Dass unsere beiden Tobis nach bereits acht gemeinsamen Jahren vorne wegmarschieren, ist sowieso klar“, gibt Obmann Raimund Heigl die Marschroute vor.




